Tamara Krammer: Zurück zu mir und die Suche nach dem Glücklich sein
Hi, die meisten sagen Tami zu mir. Ich war eigentlich immer für andere da, das war einfacher als sich um mich selbst zu kümmern oder wahrzunehmen. Immer darauf bedacht mein bestes zu sein, nicht für mich sondern immer für andere – das war immer leichter. Ich habe viele Abenteuer erlebt und mit vielen Ausbildungen ganz viel Wissen angeeignet. Psychologisch betrachtet: kein Selbstbewußtsein, Ringen um Anerkennung und Geliebt werden, Überlebensstrategie dass man nicht mehr verletzt wird – seelisch und körperlich.
Überlebensstrategie
„für andere da zu sein ist leichter als für sich selbst“
Zum Sterben bereit
2020 bekam ich meine Diagnose bösartigen Krebs, Hodgkin (Lymphknoten/drüsen), der faustgroß hinter meinem Brustbein war und zusätzlich noch Knoten vom Schlüsselbein aufwärts bis unters Kiefer.
Ich wollte der Schulmedizin kein Recht geben, noch dazu weil ich mit der Klinik und dem Onkoambulanz Arzt nicht zurechtkam und die Enddiagnose auch erst 1,5 Monate nach der Erstdiagnose bekam. Da hab ich Alternativen gesucht und dazu kam noch als Selbstständige muss man schauen wie man in der Zeit von Kranksein und Chemo mit Rechnungen und Fixkosten finanziell überlebt, noch dazu während der Corona Pandemie.
Als Selbstständige keine Rechnungen zahlen zu können hat mir mehr Angst gemacht als Sterben zu können.
Ich hab auch gebraucht das erstmal zu verarbeiten. Obwohl ich schon nach dem ersten CT den Befund hatte, und die Assistenz Ärztin nach Entnahme eines Knoten beim Hals nur sagte, ja die Knoten schmelzen nach der Behandlung eh alle, brauchte ich sicher ein dreiviertel Jahr das ganze zum Verarbeiten. Keiner sprach an „es ist Krebs du brauchst Chemo“, es wurde immer rund herum geredet. Als ich rund um den Brustkorb blau wurde, und keine der alternativen Möglichkeiten anschlugen bekam ich Angst und ging zur Chemo, allerdings in einer anderen Klinik, 2021.
Für mein Umfeld war ich die Starke, ich hatte das Gefühl ich schaffe eh alles alleine. Ich war sogar noch für andere Krebs Erkrankte da, um mich ja nicht mit mir selbst zu beschäftigen. Dass mein enges Umfeld aber Angst hatte mich zu verlieren kam mir gar nicht in den Sinn. Ich hatte ja eigentlich immer so gelebt, alles zu Manchen das mir Spaß macht und falls ich gestorben wäre, wäre es ok gewesen für mich. Ich muss aber anmerken, dass ich mit Helfersyndrom und mega Spaß in diesem Leben und sovielen Visionen eh keine Zeit gehabt hätte so früh zu gehen.
Sterben war definitiv keine Option!
Nach der letzten Chemo hatte ich Blutanämie und Blutvergiftung, woran ich auch noch mal fast gestorben wäre. Muskeln und Nerven hat es geschossen und ich musste wieder gehen und Stiegen steigen lernen. Aber ich habe Überlebt. Allerdings war die Kraft weg, die Hormone weg und ich schaffte Haushalt nur mit Hilfe von meinem Mann, meiner Mama und meiner Schwester. Nachwirkungen von Chemo Medikamenten, Blutvergiftung, Bluttransfusionen und Covid Impfung sind noch immer da und schwierig in Griff zu bekommen, vorallem die Polyneuropathie.
am leben und
Systemtreu
Aber ich Lebe. Ich arbeite wieder, ich habe einen zweiten Beruf abgeschlossen, mache wieder Sport, ich habe Spaß. Ich funktioniere wieder im System.
Nach der Chemo, wo ich schauen hab müssen trotz aller Nachwirkungen, dass ich wieder arbeite um meine Rechnungen zahlen zu können, kam dann die Suche nach dem Glücklichsein dazu. Die Suche sich wieder fühlen zu können. Den Alles was vorher Spaß gemacht hat, hab ich nicht mehr gefühlt. Ich versuchte so viel wie möglich zu machen um „gesund“ zu leben. Sport, Ernährung, Dinge die ich auch vorher schon gemacht habe. Ja was soll ich sagen ich funktioniere echt gut. Ich habe Lösungen für manche der Nebenwirkungen gefunden, dass vieles leichter macht. Selber, als auch durch Inputs von Außen (Danke an alle dafür).
Durch meinen zweiten Beruf habe ich mir sehr viel Druck aufgeladen. Dieses Jahr hab ich dann intensiv überlegt, wie ich das dann mehr zu meiner Energie machen kann. Mehr Tami Energie mit allem meinem Wissen, Gewissen und Fähigkeiten. Mir ist dann eingefallen wie wichtig dieser Selbstwert ist, dass dieses System immer wieder versucht das zu untergraben. Dann bin ich zu dieser Selbstliebe gekommen. Es hat ja schon einige Jahre gebraucht um dahin zu kommen.
Mit Wortspielerein über das Selbst, und meinen eigenen Bedürfnissen bin ich zur Selbstfürsorge gekommen und daraus ist Wert.Klar.Du entstanden.
Dem Wertvoll fühlen und mich auch dementsprechend nach aussen zu zeigen.
Der Klarheit für mich wieviel Geld hab ich zur Verfügung für gesundheitliche Leistungen, Therapien, Medikamente, was hab ich für Bedürfnisse. Allein das hat schon mega viel Energie gebraucht, weil das wußte ich ja nicht mal als Gesunde. Bedürfnisse …pfff. Wer hat schon Zeit dafür oder erlaubt sich das zu haben. Ich war echt gut trainiert.
Das habe ich nach einer schweren Erkrankung und vielen schlechten Erlebnissen in der Vergangenheit erst einmal lernen müssen. Bedürfnisse und was überhaupt Selbstfürsorge ist. Allein. Viele Recherchen und Versuche die gescheitert sind. Dazu kommt dann noch das Alter, die Lebensphase im System, wo sich auch als nicht Erkrankter sich viele Dinge ändern. Mein erster Schritt war die körperliche Selbstfürsorge. Direkt nach der Chemo begann es mit selber anziehen und dem Körper Ruhe zu geben wenn er es braucht. Allein das war schon ein überaus schwieriges Unterfangen, da in meinem Hirn abgespeichert hat – alles funktioniert eh wie immer.
Die vielen kleinen automatisierten Dinge funktionierten ja aber nicht mehr, weil keine Kraft, energetisch und muskulär nicht. So füllten sich die Tage mit vielen kleinen Routinen, Gewohnheiten und ganz viel Achtsamkeiten, damit sich mein Körper, mein Geist und meine Seele sich wieder nach mir selbst anfühlte. Durch meine bisherige Reise habe ich viel erlebt und neu lernen müssen. Das hat mich inspiriert und das möchte ich auch mit anderen Teilen.
So ist im Sommer 2025 WertKlarDu entstanden. Ein Raum für alle die auf der Suche sind oder für sich selbst da sein wollen für andere in den 6 Bereichen der Selbstfürsorge – körperlich, mental, emotional, spirituell, sozial und finanziell.
Alles Liebe und dicke Umarmung Tami
